Orangerie - Archiv 2012
Januar 2012

Ausschnitt aus dem um 1738 von Matthäus Seutter geschaffenen Prospekt der „Hochfürstlichen Residentz Friedenstein und Hauptstadt Gotha“. Gut erkennbar ist zwischen den Schlössern Friedenstein und Friedrichsthal der von Johann Erhard Straßburger zur Orangerie umgestaltete Ordonnanzgarten (4) mit dem Ordonnanzhaus (5) und dem „Orangenhaus“ (6) genannten alten Gewächshaus. (Repro: SAG)
Am Montag, 9. Januar, jährt sich zum 258. Mal der Todestag Johann Erhard Straßburgers. Der 1701 in die Dienste Herzog Friedrichs II. von Sachsen-Gotha-Altenburg getretene Baumeister hatte in den 1730er-Jahren den herzoglichen Ordonnanzgarten zu einer umfangreichen Orangerie – dem Vorläufer des heutigen Orangeriegartens an selber Stelle – ausgebaut. Straßburger, der ab 1747 noch an den Bauvorbereitungen für die heutige Orangerie beteiligt war, starb 1754 in Gotha. Mehr zur Baugeschichte der Orangerie erfahren Sie in unserer Zeittafel.
Februar 2012

Obwohl der Frost die Orangerie dieser Tage fest im Griff hat, lohnt sich dennoch ein kleiner Abstecher durch die Gartenanlage, die auch ganz ohne Blumen einige hübsche Fotomotive bietet. Und wer dennoch Blumen sehen möchte, dem seien die Sonderführungen durch das nördliche Treibhaus empfohlen, in dem derzeit die Kamelien blühen. (Foto: Cramer)
Am Mittwoch, 1. Februar, trifft sich der Verein „Orangerie-Freunde“ um 19.00 Uhr im „Lorbeerhaus“ zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahr. Wie stets sind alle Interessenten eingeladen, an der Zusammenkunft teilzunehmen, sich über die Arbeit und aktuellen Projekte des Vereins zu informieren und selbst mit Ideen einzubringen.

Unter den Kamelien der Orangerie ist auch ein Ableger der berühmten Kamelie von Schloss Pillnitz, die mit über 200 Jahren als eine der ältesten ihrer Art in Europa gilt. (Foto: Cramer)
Am Samstag, 11. Februar, bieten Parkverwalter Jens Scheffler und Landtagsabgeordneter Matthias Hey in der Orangerie wegen des bisherigen großen Zuspruchs zusätzliche Sonderführungen unter dem Motto „Winterlicher Blütentraum – die Kamelien der Gothaer Orangerie“ an. Ab 9.30 Uhr haben jeweils 15 Besucher dreiviertelstündlich (d.h. 9.30, 10.15, 11.00, 11.45 und 12.30 Uhr) die Möglichkeit, eine Führung durch das nördliche Treibhaus zu bekommen, in dem die derzeit blühenden Kamelien überwintern.
Karten für die Führungen sind im Bürgerbüro von Matthias Hey am Hauptmarkt 36 in Gotha erhältlich, das täglich von 10 bis 18 Uhr (freitags bis 16 Uhr) geöffnet und telefonisch unter 73 32 16 zu erreichen ist. Die Karten sind wie stets kostenlos, doch bitten Scheffler und Hey die Gäste der Besucher wie im Vorjahr um eine Spende, die den „Orangerie-Freunden“ zugute kommen wird. Diese wollen mit dem Spendenerlös spezielle Pflanzgestelle für die Gothaer Kamelien anfertigen lassen. Im vergangenen Jahr konnten Matthias Hey und Parkverwalter Jens Scheffler bei zwölf Führungen zur Kamelienblüte beachtliche 1.374 Euro als Spende erlösen, die an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übergeben wurden. Treffpunkt für die Führungen ist der Haupteingang der Heinrich-Heine-Bibliothek.
Wussten Sie übrigens schon, dass die ursprünglich aus Ostasien stammenden Kamelien in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Europa kamen, wo sie zunächst teure Zierpflanzen vor allem fürstlicher Gärten waren? Später entdeckte auch das Bürgertum seine Vorliebe für die im Winter blühenden, meist jedoch leider duftlosen Schönheiten. So gehörte seinerzeit eine Kamelienblüte beinahe zwingend zur Balltoilette einer Dame. Literarischen Niederschlag fand die Modeblume des 19. Jahrhunderts auch in zahlreichen Werken berühmter Autoren. So verewigte Alexandre Dumas d.J. die Kamelie 1848 im Titel seines bekanntesten Romans „Die Kameliendame“ (in dem es allerdings weniger prosaisch zugeht, als der Titel zunächst vermuten lässt ;).
Als Spendenerlös aus ihren diesjährigen Kamelien-Führungen konnten Parkverwalter Jens Scheffler (rechts) und MdL Matthias Hey (2. von rechts) jetzt einen Scheck über 1.300 Euro an die "Orangerie-Freunde", vertreten durch Stefan Weikart (links) und Gernot Harnisch (2. von links), übergeben. Das Geld will der Verein für den Ankauf drigend notwendiger neuer Pflanzgestelle im Treibhaus verwenden.
Am Donnerstag, 23. Februar, bietet Orangerie-Freunde-Vereinsmitglied Gernot Harnisch um 14 und um 15 Uhr Führungen durch das nördliche Treibhaus der Orangerie mit den derzeit blühenden Kamelien an. Karten für die auf jeweils 15 Besucher begrenzten Führungen sind ab sofort in der Tourist-Information am Hauptmarkt erhältlich. Die Karten sind kostenlos, doch werden die Besucher um eine Spende zugunsten der Vereinsarbeit der „Orangerie-Freunde“ gebeten.
Am Samstag, 25. Februar, jährt sich zum 337. Mal der Geburtstag des Baumeisters Johann Erhard Straßburger. Der 1675 in Markvippach geborene sachsen-gothaische Oberlandbaumeister hatte in den 1730er-Jahren den Ordonnanzgarten gegenüber dem Schloss Friedrichsthal zu einer umfangreichen Orangerie ausgebaut. Obwohl er 1746/47 Entwürfe für eine Neugestaltung der Gartenanlage vorlegte, wurde der sachsen-weimarische Landesoberbaudirektor Gottfried Heinrich Krohne mit der Planung und dem Bau der heutigen Orangerie beauftragt. Mehr zur Baugeschichte der Orangerie erfahren Sie in unserer Zeittafel.
Am Mittwoch, 29. Februar, bietet Orangerie-Freunde-Vereinsmitglied Gernot Harnisch um 14 Uhr eine Führung durch das nördliche Treibhaus der Orangerie mit den derzeit blühenden Kamelien an. Karten für die auf 15 Besucher begrenzte Führung sind ab sofort in der Tourist-Information am Hauptmarkt erhältlich. Die Karten sind kostenlos, doch werden die Besucher um eine Spende zugunsten der Vereinsarbeit der „Orangerie-Freunde“ gebeten.
März 2012
Am Mittwoch, 7. März, trifft sich der Verein „Orangerie-Freunde“ um 19.00 Uhr im „Lorbeerhaus“ zu seiner monatlichen Sitzung. Wie stets sind alle Interessenten eingeladen, an der Zusammenkunft teilzunehmen, sich über die Arbeit und aktuellen Projekte des Vereins zu informieren und selbst mit Ideen einzubringen.
Am Donnerstag, 8. März, bietet Orangerie-Freunde-Vereinsmitglied Gernot Harnisch um 14 und um 15 Uhr Führungen durch das nördliche Treibhaus der Orangerie mit den derzeit blühenden Kamelien an. Karten für die auf jeweils 15 Besucher begrenzten Führungen sind ab sofort in der Tourist-Information am Hauptmarkt erhältlich. Die Karten sind kostenlos, doch werden die Besucher um eine Spende zugunsten der Vereinsarbeit der „Orangerie-Freunde“ gebeten.

Diese kolorierte Federzeichnung von Johann David Weidner zeigt Entwurf und Grundriss des Hofgärtnerhauses (rechts), das nördlich hinter dem „Orangenhaus“ (links) errichtet wurde. Direkt an das „Winterpalais“ anschließend, wird das über zwei Jahrzehnte leerstehende Hofgärtnerhaus beim Wiederaufbau des Palais in die geplante neue Stadtbibliothek einbezogen. (Original: ThStA Gotha)
Am Donnerstag, 8. März, jährt sich zum 291. Mal der Geburtstag des Baumeisters Johann David Weidner. Der 1721 in Bürgel geborene Weidner kam 1751 als Bauinspektor nach Gotha und erhielt im darauffolgenden Jahr die Bauleitung der von seinem einstigen Lehrmeister Gottfried Heinrich Krohne projektierten herzoglichen Orangerie übertragen. Unter Weidners Federführung wurden bis 1773 das „Lorbeerhaus“, das nördliche Treibhaus und das „Orangenhaus“ fertiggestellt. Darüber hinaus entwarf er das Hofgärtnerhaus zwischen „Orangenhaus“ und „Winterpalais“ an der heutigen Friedrichstraße. Mehr zur Baugeschichte der Orangerie erfahren Sie in unserer Zeittafel.

1747 legte der Baumeister Krohne (rechts) dem Herzogspaar u.a. diesen „Prospect des neu anzulegenden Orange Gartens im Friedrichsthal“ vor. Gut erkennbar sind Grundrissen der vier geplanten Gebäude. Die aufwändigen Gartenanlagen des Entwurfs wurden jedoch nicht mehr verwirklicht. (Original: ThStA Gotha)
Am Montag, 26. März, jährt sich zum 309. Mal der Geburtstag Gottfried Heinrich Krohnes. Der 1703 in Dresden geborene Baumeister war 1747 von Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg mit der Neuplanung der Orangerie nach französischem Vorbild beauftragt worden. Die heutigen Orangeriegebäude entstanden nach seinen Entwürfen; die von ihm vorgesehene barocke Gartenanlage wurde jedoch nicht mehr ausgeführt. In Gotha erinnert bis heute weder eine Tafel noch eine Straße an den Baumeister, der der Residenzstadt eine der beeindruckendsten barocken Gartenanlagen Thüringens schenkte. Mehr zur Baugeschichte der Orangerie erfahren Sie in unserer Zeittafel.
April 2012
Seit fünf Jahren wirbt das Maskottchen „Sina die Orange“ für die Orangerie. Ihr Name erinnert an die im Barock übliche Bezeichnung „Sina“ für China, das vermeintliche Ursprungsland der früher „Chinaapfel“ (daher auch „Apfelsine“ = Apfel aus China) genannten Orange. (Foto: Cramer)
Am Mittwoch, 4. April, trifft sich der Verein „Orangerie-Freunde“ um 19.00 Uhr im „Lorbeerhaus“ zu seiner monatlichen Sitzung. Wie stets sind alle Interessenten eingeladen, an der Zusammenkunft teilzunehmen, sich über die Arbeit und aktuellen Projekte des Vereins zu informieren und selbst mit Ideen einzubringen.
Am Freitag, 27. April, feiern unsere Internetseite und „Sina, die Orange“ Geburtstag: Vor genau fünf Jahren wurden die Seite und das Orangeriemaskottchen in der Orangerie offiziell vorgestellt. Kreiert wurde die knuffige Apfelsine von dem Zeichner Kai Kretzschmar und dem Autor Andreas M. Cramer. Ihr Lächeln könnte auch gut für den Erfolg der Internetseite selbst stehen: Seit Dezember 2011 steht www.orangerie-gotha.de bei der Google-Suche nach dem Stichwort "Orangerie" auf Platz 2 (!) von über 6 Millionen (!) Einträgen - und damit noch vor so renommierten Orangerien wie Sanssouci oder Schönbrunn. Na, wenn das kein Erfolg und Grund zum Feiern ist!
Am Samstag, 28. April, unternehmen die „Orangerie-Freunde“ ihre alljährliche Vereinsfahrt, die in diesem Jahr nach Oranienbaum und in den Wörlitzer Park geht.
Mai 2012
Am Mittwoch, 2. Mai, trifft sich der Verein „Orangerie-Freunde“ um 19.00 Uhr im „Lorbeerhaus“ zu seiner monatlichen Sitzung. Auf der Tagesordnung stehen u.a. das Gothardusfest und die Vorbereitungen für die Juni-Veranstaltungen im Juni. Wie stets sind alle Interessenten eingeladen, an der Zusammenkunft teilzunehmen, sich über die Arbeit und aktuellen Projekte des Vereins zu informieren und selbst mit Ideen einzubringen.
Am Freitag, 4. Mai, wird die Orangerie wieder das Ziel des alljährlich zur Eröffnung des Gothardusfestes abgehaltenen „Lichterlaufs“ sein. Um 21.10 Uhr wird der Lauf auf dem Hauptmarkt gestartet und führt zur Orangerie, wo die Läufer und Besucher ab 22.00 Uhr das Höhenfeuerwerk über dem Schloss Friedrichsthal beobachten können.
Wussten Sie eigentlich, dass Feuerwerke an der Orangerie gar keine Erfindung unserer Tage sind? Bereits für 1817 ist ein großes, etwa halbstündiges Feuerwerk belegt: Anlässlich der Hochzeit Herzog Ernsts III. von Sachsen-Coburg-Saalfeld (ab 1826 Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha) mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg (nachmals Mutter Prinz Alberts und damit Urururgroßmutter der britischen Königin Elizabeth II.) fand es am 3. August als Krönung der Feierlichkeiten in der Orangerie statt.
Im Programm des Oberhofmarschall-Amtes ist dazu festgehalten: „[...] Um 10 Uhr wird zwischen dem Orangerie-Garten und dem Schlosse (Friedrichsthal; Anm. d. Verf.) ein Feuerwerk abgebrannt werden. Die Wachen tragen Sorge dafür, daß der für die Feuerwerker abgesteckte Platz von dem Publikum verschont werde. [...] Damit aber die Illumination von dem ganzen Publikum gesehen werde, so muß der Weg zwischen dem Orangerie-Garten und dem Friedrichsthal freygelassen [...] werden.“ Mehr zur spannenden Geschichte der Orangerie finden Sie übrigens hier.

Heike Henschke und Stefan Weikart mit dem Christian-August-Vulpius-Preis, einem auf einem Sockel ruhenden Löwen aus Porzellan. Der Preis ist benannt nach dem Weimarer Schriftsteller Christian August Vulpius (1762-1827), Schwager Johann Wolfgang von Goethes und Schöpfer der bekannten literarischen Figur des Räuberhauptmanns Rinaldo Rinaldini.
Am Mittwoch, 9. Mai, erhielten Heike Henschke und Stefan Weikart, Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Orangerie-Freunde“, den diesjährigen Christian-August-Vulpius-Preis der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für ihr ehrenamtliches Engagement für die Gothaer Orangerie. Unter ihrer Führung konnte der 2006 gegründete Verein bis heute rund 90.000 Euro Spendengelder sammeln und an die Stiftung weiterreichen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!

1950 wurde das „Orangenhaus“ genannte Nördliche Kalthaus das neue Domizil der 1864 gegründeten Stadtbibliothek, die seit 1953 den Namen Heinrich Heines trägt. Voraussichtlich 2014 wird die Bibliothek aus dem Gebäude aus- und in das benachbarte Winterpalais umziehen. Hier eine Aufnahme der Bibliothek aus dem Jahre 1962 (Foto: SAG)
Am Montag, 21. Mai, soll im „Orangenhaus“ der Förderverein „Freundeskreis der Stadtbibliothek Heinrich Heine Gotha“ gegründet werden. Seine Ziele sollen u.a. sein:
- Ideelle Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek
- Stärkung der Stadtbibliothek als Einrichtung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens
- Finanzielle Förderung und aktive Mitarbeit bei Veranstaltungen und Aktionen
- Förderung von Lese- und Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen
- Gewinnung neuer Lesergruppen
Derzeit werden noch interessierte Gothaer gesucht, die den Verein mitgründen und sich künftig in seinem Rahmen für die Bibliothek engagieren wollen. Zur Gründungsversammlung um 18.30 Uhr sind daher alle Interessenten herzlich eingeladen. Im Vorfeld steht die Leiterin der Stadtbibliothek, Nicole Strohrmann, gern für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Telefonisch unter 03621/852614 oder per E-Mail unter stadtbibliothekgotha@t-online.de.

Entwurf Gottfried Heinrich Krohnes für das „Laurierhaus“ (Lorbeerhaus), das ursprünglich mit reichem barockem Dekor verziert war. Krohne konnte lediglich den Rohbau des Gebäudes fertigstellen, da er bereits vier Jahre nach Baubeginn der Orangerie am gothaischen Hof in Ungnade fiel und die Stadt verlassen musste. (Original: ThStA Gotha)
Am Mittwoch, 30. Mai, jährt sich zum 256. Mal der Todestag des Baumeisters Gottfried Heinrich Krohne. Der sachsen-weimarische Landesoberbaudirektor hatte 1747 den Auftrag für die komplette Neugestaltung der Gothaer Orangerie erhalten. Er projektierte die ursprünglich vier Orangeriegebäude, konnte jedoch nur das südliche Treibhaus und den Rohbau des „Lorbeerhauses“ vollenden, da er 1751 am gothaischen Hof in Ungnade fiel. Krohne, der als bedeutendster Baumeister Thüringens gilt, starb 1756 in Weimar. Sein einstiges Wohnhaus in der Weimarer Jakobsstraße / Ecke Vorwerksgasse steht heute noch und ist mit einer Tafel gekennzeichnet. In Gotha selbst erinnert bis heute keine Straße und keine Tafel an den Baumeister.

