Die Zukunft der Orangerie

 

 

Ein Gartenkleinod mit rund 300-jähriger Geschichte und vielversprechender Zukunft ist die Gothaer Orangerie. Von Westen aus gesehen bietet sich dem Betrachter heute folgendes Panorama: Ganz links steht das nördliche Treibhaus, rechts daran anschließend das „Orangenhaus“ (Heinrich-Heine-Bibliothek), in der Mitte erhebt sich das Schloss Friedrichsthal und rechts steht das „Lorbeerhaus“. Auf dem heute von Bäumen und Sträuchern bestandenen Platz ganz rechts befand sich ursprünglich das südliche Treibhaus direkt gegenüber seinem nördlichen Pendant. (Foto: STSG)

 

Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zählte die spätbarocke Anlage der Gothaer Orangerie aufgrund ihres reichen Pflanzenbestandes und ihrer reizvollen Architektur zu den bedeutendsten und schönsten ihrer Art in Deutschland. Leider ging der über zweieinhalb Jahrhunderte von den sachsen-gothaischen Herzögen aufgebaute Bestand von rund 3.000 Kübelpflanzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollständig verloren und wurde die Nutzung als Orangeriegarten nach 1945 aufgegeben.

 

Erst 1995 besann man sich zurück auf die große Tradition der Orangeriekultur in der Residenzstadt und begann damit, die Gartenanlage nach historischem Vorbild wiederherzustellen und schrittweise einen neuen Pflanzenbestand aufzubauen. Seit 2004 ist die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bestrebt, der Orangerie ihren ursprünglichen Charakter und ihre Faszination als Gartenkleinod der Residenzstadt zurückzugeben. Im Herbst 2007 stellte die Stiftung ihr ambitioniertes Konzept einer Schauorangerie und des Deutschen Orangeriemuseums vor.

 

Für die drei noch existierenden Gebäude - „Lorbeerhaus“, „Orangenhaus“  und nördliches Treibhaus - gibt es bereits konkrete Pläne, während der wünschenswerte Neubau des südlichen Treibhauses derzeit noch in weiter Ferne liegt. Genaueres erfahren Sie bei einem Klick auf den jeweiligen Link.

 

► „Lorbeerhaus“ ► „Orangenhaus“
► nördliches Treibhaus ► südliches Treibhaus

 

Die Gesamtanlage soll in den kommenden Jahren als „lebendiges Orangerie-Schaumuseum“ gestaltet und die Häuser für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben der musealen Präsentation historischer Orangeriegerätschaften und -techniken soll der typische Alltag in einer Orangerie mit seinen vielfältigen Aufgaben für die Besucher sowohl in den Häusern als auch in der Gartenanlage anschaulich erlebbar werden. Die Stiftung ist davon überzeugt, dass die Gothaer Orangerie das Potenzial hat, eine deutschland- und sogar europaweite Attraktion für Orangeriefreunde und ein neuer Touristenmagnet der Residenzstadt zu werden.

 

Laut Dr. Helmut-Eberhard Paulus, Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist das langfristige Ziel, „die Tradition in die Neuzeit zu holen“ und der Gothaer Orangerie ihre einstige deutschlandweite Bedeutung zurückzugeben. Parkverwalter Jens Scheffler sieht die Realisierung von Schauorangerie und deutschem Orangeriemuseum „im Rahmen von etwa zehn bis fünfzehn Jahren“, sofern die Finanzierung der einzelnen Projekte gesichert sei. Der Wiederaufbau eines orangerietypischen Pflanzenbestandes bedürfe jedoch Jahrzehnte kontinuierlicher Arbeit. Die vollständige Nutzung der Orangerie werde, so Stiftungsdirektor Paulus, daher „der nächsten Generation vorbehalten bleiben.“

 

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